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Hustensaft

Sonntag, 19. April 2009 | Autor:

Nach meinem letztlichen Aufruf in eigener Sache kommen wir nun wieder zu einem Artikel, der sich mit Fragen zur „Kinderfragen“ beschäftigt.
Ein immer wieder gern gefragtes Thema lautet Hustensaft.
Es gibt viele verschiedene Hustensäfte, manche wirken gleich, andere anders, generell unterscheidet man zwischen einem Husten- bzw. Schleimlöser und einem „Hustenstiller“.
Die Wirkungsweise ist nun je nach Hustensaft eine unterschiedliche und wird bei jeweils verschiedenen Hustenformen verabreicht.
In den Hustenformen unterscheidet man zwischen einem sogenannten produktiven Husten und einem Reizhusten.

Unter produktivem Husten versteht man Husten, bei dem Schleim aus den Bronchien abgehustet wird. Bei einer „Erkältung“, also einer viralen Infektion, kommt es in der Lunge zu einer Schleimproduktion, die je nach Erkrankung eitrig sein kann. Dieses erkennt man beispielsweise an der grünen oder gelben Verfärbung des Schleims. Der Schleim in der Lunge veranlasst den Körper sich des Schleims zu entledigen, welches mittels Husten von statten geht. Durch den Druck, der beim Husten in der Lunge entsteht, wird der Schleim aus der Lunge nach oben befördert und wir dann entweder ausgespuckt oder wieder heruntergeschluckt.
Dabei bekommt man immer wieder zu hören, dass man den Schleim nicht wieder herunterschlucken soll, da dann der Husten ja gar keinen Effekt gehabt hätte…
Dabei muss man sich allerdings vergegenwärtigen, dass der Schleim aus der Lunge ja durch die Luftröhre (Trachea) hochkommt, durch die Speiseröhre (Ösophagus) aber wieder heruntergeschluckt wird und im Magen endet. Die Reinigung der Lunge wurde also demnach doch vollzogen, ob der Schleim nun heruntergeschluckt wird oder nicht.

Problematisch ist der produktive Husten allerdings, wenn der Schleim sehr zäh ist und sich nicht löst.
Dem kann man zwar relativ simpel durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr entgegenwirken, dennoch kommt es immer wieder zu massiven Hustenattacken, bei denen der Körper eben versucht den zähen Schleim heraus zu befördern. Bei zu zähem, bzw. festsitzendem Schleim kann es dabei aber auch zu einem Würgereiz und teilweise zum Erbrechen kommen.

In einem solchen gegebenen Fall verabreicht man nun einen sogenannten Husten-/Schleimlöser, der die Konsistenz des Schleims ändert und ein leichteres Abhusten ermöglicht.
Demnach – und das muss man sich vergegenwärtigen – kommt es nach Gabe eines Husten-/Schleimlösers zu einem vermehrten Husten, da der gelöste Schleim ja auch abtransportiert werden muss.
Dieses ist dann beispielsweise Acetylcystein (ACC).

Die andere Form ist der Reizhusten, der beispielsweise bei sehr trockener oder staubiger Luft auftreten kann. Der Unterschied zum produktiven Husten ist, dass dieser Husten eben nicht dazu dient Schleim zu transportieren, da bei Reizhusten kein oder nur wenig Schleim produziert wird.
Reizhusten entsteht durch eine Reizung der Lunge und führt dabei zu reflektorischem Husten.
Dadurch, dass kein Schleim vorhanden ist, nutzt hierbei der Husten-/Schleimlöser nicht, da er schlichtweg nicht wirken kann.
Hier wäre ein „Hustenstiller“ angebracht, der den Husten unterdrückt. Selbst bei einer Reizung der Lunge wird der Husten beim Kind unterdrückt und bringt so eine Verbesserung des Befindens.
Diese wäre dann beispielsweise Sedotussin (Pentoxyverin).

Es ist also wichtig – bevor man einem Kind einen Hustensaft verabreicht – abzuklären, welche Art von Husten es ist, ob weitere Medikamente gegeben werden müssen (Antibiotika) und wenn ja, ob es zu Wechselwirkungen mit dem Hustensaft kommen kann.

Dieses kann der Kinderarzt bei einer Untersuchen recht leicht klarstellen und den entsprechenden Saft verordnen.

Wichtig ist, wenn vorher keine Arztkonsultation erfolgt ist (welche von mir allerdings dringend empfohlen wird), dass eben das Kind beobachtet werden muss, wie es auf den Saft reagiert.
Weiterhin muss gesagt werden, dass ein Kind, welches ein Medikament benötigt, nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehört.

Ein verschriebener Hustensaft sollte in der verschriebenen Dosis zu den verschriebenen Zeiten gegeben werden um gewährleisten zu können, dass er entsprechend wirkt.
Ebenso ist es wichtig in der Packungsbeilage zu lesen, wie und wann der Saft verabreicht werden soll. Soll der Saft beispielsweise eine halbe Stunde vor dem Essen verabreicht werden, dann sollte er auch eine halbe Stunde vor dem Essen gegeben werden.

Bei Reaktionen, Wechsel- oder Nebenwirkungen sollte wie in der Packungsbeilage verfahren werden und der Arzt konsultiert werden. Wie bei allen Medikamenten sollte auch Hustensaft über die verschriebene Dauer eingenommen werden und nicht bei Anzeichen der Besserung sofort eigenmächtig abgesetzt werden.

Abschließend als kleines „Schmankerl“ möchte ich noch die – zugegeben zwar ältere – meines Erachtens dennoch etwas missglückte Werbung des Hustensaftes Mucosolvan zum Besten geben:

Stoppt den Hustenreiz und löst den Schleim!

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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Antibiotika

Donnerstag, 15. Januar 2009 | Autor:

Aus gegebenem Anlass, möchte ich hier ein paar Worte zu Thema Antibiotika verlieren.
Antibiotika sind ein „beliebtes“ Medikament, welches Berichten zufolge immer, überall und an jeden verschrieben wird.
Selbst bei einem Schnupfen soll eine Mutter für ihr Kind ein Antibiotikum verschrieben worden sein.
Zudem häufen sich Angaben, dass Patienten maximal 3 Tage ihr Antibiotikum genommen haben, vor allem, weil es ihnen danach ja schon wieder besser ging. Auch Patienten, die sich „vorsorglich“ ein Rezept besorgen und dieses dann solange im heimischen Schränkchen aufbewahren, bis ein neuer Schnupfen auftritt. Dass dies nicht empfehlenswert ist, sollte allgemeinhin bekannt sein. Antibiotika sind auch Medikamente und auch bei Antibiotika gilt, dass diese nicht an andere weitergegeben werden sollen, nur weil sie einem selbst „so gut geholfen haben“.
Medikamente werden von Ärzten nicht grundlos verschrieben. Generell wird abgewogen, welcher Patient, bei welcher Erkrankung, welches Medikament, in welcher Dosierung, wie lange zu nehmen hat. „Medikamententausch“ kann unter bestimmten Voraussetzungen lebensgefährliche Situationen herbeiführen und sollte keinesfalls betrieben werden.
Gerade bei Antibiotika sollte vor allem auf die Einnahmedauer geachtet werden. Sie sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden, nur weil man sich nach ein bis zwei Tagen schon wieder besser fühlt.
Antibiotika werden vom Arzt bei bakteriellen Erkrankungen verschrieben. Je nach Erkrankung wird nun ein spezifisches Antibiotikum für eine gewisse Zeit verschrieben. Je schwerwiegender die Erkrankung ist, umso länger muss das Antibiotikum eingenommen werden, in Einzelfällen bis hin zu mehreren Monaten.
Zudem sollte man abklären, ob man vor „Packungsende“ einen weiteren Arztbesuch machen sollte, damit geklärt werden kann, ob die durchgeführte Antibiotika-Therapie ausreichend war oder weitergeführt werden sollte/muss.
Auf jeden Fall sollte die „angebrochene“ Packung vollkommen aufgebraucht werden.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

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