Tag-Archiv für » Erste Hilfe «

Defibrillation

Samstag, 16. Mai 2009 | Autor:

Automatische Externe Defibrillatoren (AED’s) sind eine recht nette Erfindung.
Kleine Geräte, die an einigen öffentlichen Plätzen vorhanden sind, um, im Falle eines „Herzstillstandes“ angewendet werden zu können.
Doch über die Defibrillation bestehen immer wieder ein paar Missverständnisse, die unter anderem durch das Fernsehen forciert werden.
Ich möchte nun hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, ohne all zu sehr ins Detail zu gehen.

Um zu verstehen, wie ein Defibrillator funktioniert, muss man verstehen, wie das Herz funktioniert…
Wie funktioniert also das Herz?
Das Herz ist ein sogenanntes muskuläres Hohlorgan. Es arbeitet als Pumpe, um das Blut durch den Körper zu transportieren.
Muskeln benötigen dabei elektrische Impulse, damit sie sich zusammenziehen (Kontrahieren) können.
Bei anderen Muskeln werden die Impulse vom Gehirn gesteuert und veranlasst, das geschieht beim Herzen allerdings nicht. Das Herz ist autonom, da die Herzmuskelzellen – im Gegensatz zu den anderen Muskelarten – von sich aus in der Lage sind, elektrisch aktiv zu werden.
Damit diese aber nicht unabhängig voneinander agieren, gibt es im Herzen Taktgeber, die einen Rhythmus vorgeben. Diesen nennt man den Sinus-Knoten, welcher im oberen Teil des Herzens lokalisiert ist. Dieser gibt seinen Impuls an den AV-Knoten (Atrio-Ventrikular) weiter, welcher den Impuls über das Hiß‘sche Bündel zu den Tawara-Schenkeln leitet, die in den Purkinje-Fasern endet, welche dann von unten die Zellen zum zusammenziehen veranlassen.
Anbei eine kleine Grafik, die die Arbeitsweise des Herzens verdeutlicht:

Herzfunktion

Bei den verschiedenen Weiterleitungen können nun diverse Störungen auftreten, von denen allerdings nur wenige tatsächlich „defibrillationswürdig“ sind.
Darunter fallen Kammerflimmern, bzw. -flattern und die pulslose ventrikuläre Tachykardie.
Die Defibrillation funktioniert nun folgendermaßen:
Als Visualisierung kann man sich ein Orchester vorstellen, welches probt. Jedes Instrument spielt für sich, keiner hört auf den anderen (Die Instrumente stellen hierbei die einzelnen Herzmuskelzellen dar.)
Wenn der Dirigent aber mit seinem Taktstock auf das Pult klopft, verstummen alle und beginnen dann das entsprechende Stück zu spielen.
Der Dirigent ist in unserem Beispiel nun der Defibrillator.
Durch den Stromstoß werden alle Herzmuskelzellen elektrisch entladen, sodass anschließend der Sinusknoten wieder den Takt vorgeben kann.

Und genau da liegt nun der Knackpunkt: Das Herz muss also noch „arbeiten“ können, will heißen, es findet noch eine elektrische und auch mechanische Tätigkeit statt (auch wenn diese nicht mehr suffizient ist).

Daher ist die Durchführung einer Defibrillation bei einer Asystolie (Null-Linie) nicht nur unsinnig, sondern auch ineffektiv. Da wir ja aber wissen, dass uns die Medien immer unverblümt die Wahrheit erzählen, können die geneigten Ärzte der bekannten Arztserien auch einen Patienten mit einer Asystolie defibrillieren…
Dabei handelt es sich allerdings um eine dramaturgische Finesse und ist vom medizinischen Standpunkt her unrealistisch.

Der AED analysiert nun die elektrische Aktivität des Herzens durch die aufgeklebten Elektroden und entscheidet daraufhin, ob ein elektrischer “Schock” empfohlen ist, oder eben nicht.

Dabei gibt sich das Gerät als sehr laienfreundlich, es kommuniziert mit dem Ersthelfer und gibt die vorzunehmenden Schritte vor.
Zudem kann man das Gerät nicht „zweckentfremden“, denn wenn keine entsprechende Störung vorliegt und der AED keinen elektrischen “Schock” freigibt, dann kann man diesen eben nicht auslösen.
Aber auch wenn das Gerät als nahezu „idiotensicher“ bezeichnet werden kann, unterliegt es dennoch dem Medizin-Produkte-Gesetz (MPG).
Das bedeutet, dass nur eingewiesenes Personal damit umgehen darf.
In Firmen oder öffentlichen Einrichtungen, die ein solches Gerät vorhalten gibt es also immer einen eingewiesenen Helfer, der das Gerät benutzen darf.
Hierzu bieten die Rettungsorganisationen immer wieder spezielle Kurse an, die den Umgang mit dem Gerät schulen. Auf das Gerät selbst wird man durch einen Vertreter der Herstellerfirma selbst unterwiesen.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Defibrillation eine Erweiterung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung darstellt und keinen Ersatz dafür bietet.
Die Herz-Lungen-Wiederbelebung muss auch bei einem vorhandenen AED beherrscht werden!

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

Thema: Erste Hilfe | 2 Kommentare

Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Sonntag, 26. April 2009 | Autor:

Unter den „thermischen Schädigungen“, die man haben kann, gibt es diverse.
Drei Verschiedene sorgen in den Erste-Hilfe-Kursen immer wieder für Verwirrung, obwohl sie eigentlich recht leicht zu unterscheiden sind.
Worüber rede ich?
Über den

  • Sonnenstich,
  • die Hitzeerschöpfung
  • und den Hitzschlag.

Der Sonnenstich stellt hierbei eine Reizung der Hirnhäute (Meningitiden Meningen) durch die Strahlung der Sonne dar, die isoliert das Gehirn betrifft. Es kommt dabei zu einer Schwellung der Hirnhäute und zu einer entsprechenden Symptomatik.

Diese wären Kopfschmerzen, Übelkeit (teilweise bis zum Erbrechen) sowie Nackenschmerzen, bis hin zur sogenannten Nackensteifigkeit (Meningismus).
Ebenso ist beim Patienten ein erhitzter, roter Kopf zu bemerken.

Der Sonnenstich kann als isolierter „Hitzschlag“ im Gehirn angesehen werden, da die Symptomatik durch die langwellige Strahlung (Infrarotbereich) der Sonne ausgelöst wird, die durch den knöchernen Schädel dringen kann.

Durch diesen Vorgang kann übrigens ausgeschlossen werden, dass es sich bei der verantwortlichen Strahlung um die UV-Strahlung handelt, da diese den Schädel erst gar nicht durchdringen könnte.

Bei langer oder stetiger Bestrahlung des Kopfes mit Sonnenstrahlen kann – bis zu 8 Stunden nach dem eigentlichen Ereignis – ein Sonnenstich auftreten.
„Prädestiniert“ für einen Sonnenstich sind demnach Menschen mit lichtem Haupthaar, also ältere Menschen, Kinder oder Leute mit Glatze.
Die Hilfeleistung erstreckt sich dabei über Kühlen des Kopfes und des Nackens, bei dem die Schwellung der Hirnhäute gelindert wird.
Ebenfalls sollte der Patient in den Schatten verbracht werden, damit die Hirnhäute nicht noch weiter gereizt werden.

Anmerkend sollte allerdings noch erwähnt werden, dass Kopfschmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS; Handelsname: Aspirin) nicht wirken.
Ein Arzt erwähnte mir gegenüber einmal, dass die einzig sinnvolle Therapie des Sonnenstichs aus „aggressivem Zuwarten“ bestünde.
De facto ist es so, dass bei einem Sonnenstich eben Bettruhe und Kühlen des Kopfes, sowie des Nackens, am besten geeignet sind. Der Sonnenstich vergeht in der Regel nach spätestens einer Woche wieder von selbst.

Präventiv sollte gerade bei Kindern oder den anderen „Risikogruppen“ bei direkter Sonneneinstrahlung eine Kopfbedeckung getragen und vermieden werden, längere Zeit in einem Fahrzeug mit geöffneten Schiebedach oder gar ohne Dach zu fahren.

Die Hitzeerschöpfung ist mit der häufigste Grund, warum im Sommer der Rettungsdienst alarmiert wird, obwohl man diesem – ebenso wie dem Sonnenstich – recht leicht vorbeugen kann.
Die Hitzeerschöpfung entsteht dadurch, dass bei längerer körperlicher Betätigung und mangelnder Flüssigkeitsaufnahme der Körper „austrocknet“ (exsikkiert). Ebenfalls kann es zu einer vasovagalen Synkope kommen.

Durch das mangelnde Volumen sinkt der Blutdruck und das Gehirn kann nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt werden.
Dabei kommt es dann zu dem klassischen „Schwarz vor Augen werden“, also zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit.
Diese kann durch Flüssigkeitsgabe relativ schnell wieder behoben werden.
Eine vasovagale Synkope entsteht durch eine Weitstellung der Gefäße, durch die es zu einem Blutdruckabfall kommt.
Diese ist in der Regel nur kurzfristig und kann ebenfalls sehr schnell durch eine Lagerung in der Schocklage kompensiert werden.
Oftmals findet sich bei einer Hitzeerschöpfung eine Kombination aus beiden Vorgängen.

Der Rettungsdienst gibt hierbei unter Umständen eine 0,9%ige Kochsalzlösung intravenös (NaCL 0,9% i.v.) und der Patient wird dann ins Krankenhaus verbracht um weiteres auszuschließen.

Präventiv wäre hier also eine ausreichende Flüssigkeitsgabe von Nöten, damit die Hitzeerschöpfung gar nicht erst auftritt.
Als Hilfemaßnahme bietet sich hier beim wachen Patienten eine Schocklagerung an, die auch nach kurzer Zeit zur Besserung führt. Ebenfalls kann dem wachen Patienten klares Wasser angeboten werden.

Wenn der Patient sich besser fühlt, kann man vorsichtig beginnen ihm aufzuhelfen, wobei man darauf achten muss, dass dieses möglichst langsam und in mehreren Schritten erfolgt.
Beginnend mit einer Flachlagerung (die Beine herunternehmen), übergehend zum langsamen Aufrichten bis zum Sitzen und erst abschließend das Aufhelfen zum Stehen.
Sollte der Patienten während einer einer Phase über „Schwummerigkeit“ oder erneuten „Schwarz vor den Augen werden“ klagen, sollte die jeweils vorhergehende Position eingenommen werden und spätestens dann der Rettungsdienst verständigt werden.

!! Bewusstlose Patienten kommen generell in die Stabile Seitenlage. !!

Die Hitzeerschöpfung kann man nun als eine „Vorstufe“ zum Hitzschlag sehen.
Dieser tritt heutzutage weit seltener auf, als noch vor etwa 15-20 Jahren, dennoch handelt es sich beim Hitzschlag um ein lebensbedrohliches Ereignis, das nicht unterschätzt werden sollte.
Während die Hitzeerschöpfung und der Sonnenstich meist eine stärkere „Befindlichkeitsstörung“ darstellen und in der Regel nach kurzer Zeit wieder behoben werden können, ist der Hitzschlag eine hoch kritische Notfallsituation.

Der Hitzschlag ist eine generalisierte Überhitzung des Körper (Hyperthermie), die der Körper von allein nicht beheben kann, die natürliche Temperaturregulation kann dabei nicht mehr stattfinden.

Beim Hitzschlag kommen mehrere Faktoren zusammen, die häufigste Situation heutzutage ist ein Zusammenspiel aus Exsikkose (Austrocknung), Hyperthermie und sehr hoher Außentemperatur.
Als leider klassische Situation kommt hierbei der Säugling im geschlossenen Fahrzeug vor.
Durch den Hitzestau im geschlossenen Fahrzeug kommt es dabei zu einer Überhitzung des Körpers (Hyperthermie). Der Körper versucht sich durch Schwitzen (Transpiration) zu kühlen.
Normalerweise sorgt die Verdunstungskälte dafür, dass die Körpertemperatur sinkt. Da im geschlossenen Fahrzeug jedoch keine Luftbewegung stattfindet, kommt es zu keiner Kühlung sondern nur zu einer weiter steigenden Körpertemperatur.

Die starke Transpiration sorgt zudem für eine stärker werdenden Exsikkose (Austrocknung), sodass sich die Symptomatik verstärkt.
Nach mehr oder weniger langer Zeit steigt die Körpertemperatur so hoch, dass der Körper diese nicht mehr kompensieren kann.

Es kommt hierbei neben einer sehr hohen Körpertemperatur bei meist trockener Haut zu einer starken Rötung des Kopfes. Bei einer fortgeschrittenen Symptomatik kann der Kopf auch violett erscheinen.
Weiterhin kann eine starke Bewusstseinseintrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten.

!! Dieses Krankheitsbild ist, wie gesagt, ein hochkritisches und muss umgehend notfallmedizinisch versorgt werden. !!

Dazu gehört Flüssigkeitsgabe (Substitution), Senken der Körpertemperatur und das Vermeiden von weiteren organischen Störungen.
Die Problematik bei der stark erhöhten Körpertemperatur liegt in unter anderem im Unvermögen des Gehirns, mit extremen Temperaturen umgehen zu können.

Es kann in sehr schweren Fällen ebenfalls zu Krampfanfällen oder zum Herz-Kreislaufstillstand kommen.

Ersthelfer sollten zuerst den Patienten aus der heißen Umgebungstemperatur entfernen und in den Schatten oder einen kühlen Raum verbringen. Übermäßige Kleidung wie Jacken oder Pullover sind zu entfernen und der Körper sollte versucht werden, mit feuchten Tüchern durch Verdunstungskälte heruntergekühlt zu werden.

Beim wachen Patienten kann ebenfalls klares Wasser als Flüssigkeit verabreicht werden, um die körpereigene Temperaturregulation durch Transpiration wieder in Gang gesetzt zu bekommen.

!! Ein Notarzt ist durch Notruf auf jeden Fall hinzuzuziehen. !!

Generell stellt dieser Beispiel-Notfall eine Ausnahmesituation dar, die relativ simpel umgangen werden kann.
Kinder sollten unter keinen Umständen – auch nicht für ein „paar Minuten“ – unbeaufsichtigt im Fahrzeug gelassen werden.

Bei längeren Autofahrten, sollten – wenn sie unbedingt tagsüber bei stetem Sonnenschein stattfinden müssen – ausreichende Pausen eingelegt werden, bei denen das Fahrzeug gut gelüftet werden, sowie das Kind sich außerhalb des Fahrzeugs aufhalten und ihm regelmäßig Flüssigkeit angeboten werden sollte.

Generell sollten Situationen, in denen es zu einer starken Überhitzung kommen kann vermieden werden und das Kind der Jahreszeit entsprechend gekleidet werden.

Bei Erwachsenen sollte ebenfalls darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer solchen starken Überhitzung kommt, jahreszeitentsprechende Kleidung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte unbedingt beachtet werden.
Ebenfalls sollten anstrengende Arbeiten in geschlossenen überhitzenden Räumen auf weniger warme Tageszeiten verlagert werden.

Gerade ältere Menschen sollten verstärkt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und beispielsweise längere Gartenarbeiten auf die Abendstunden verlagern, denn damit können von vornherein Hitzeerschöpfungen und ähnliches vermieden werden und man kommt „gesund durch den Sommer“.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

Thema: Allgemeines | 2 Kommentare

Hustensaft

Sonntag, 19. April 2009 | Autor:

Nach meinem letztlichen Aufruf in eigener Sache kommen wir nun wieder zu einem Artikel, der sich mit Fragen zur „Kinderfragen“ beschäftigt.
Ein immer wieder gern gefragtes Thema lautet Hustensaft.
Es gibt viele verschiedene Hustensäfte, manche wirken gleich, andere anders, generell unterscheidet man zwischen einem Husten- bzw. Schleimlöser und einem „Hustenstiller“.
Die Wirkungsweise ist nun je nach Hustensaft eine unterschiedliche und wird bei jeweils verschiedenen Hustenformen verabreicht.
In den Hustenformen unterscheidet man zwischen einem sogenannten produktiven Husten und einem Reizhusten.

Unter produktivem Husten versteht man Husten, bei dem Schleim aus den Bronchien abgehustet wird. Bei einer „Erkältung“, also einer viralen Infektion, kommt es in der Lunge zu einer Schleimproduktion, die je nach Erkrankung eitrig sein kann. Dieses erkennt man beispielsweise an der grünen oder gelben Verfärbung des Schleims. Der Schleim in der Lunge veranlasst den Körper sich des Schleims zu entledigen, welches mittels Husten von statten geht. Durch den Druck, der beim Husten in der Lunge entsteht, wird der Schleim aus der Lunge nach oben befördert und wir dann entweder ausgespuckt oder wieder heruntergeschluckt.
Dabei bekommt man immer wieder zu hören, dass man den Schleim nicht wieder herunterschlucken soll, da dann der Husten ja gar keinen Effekt gehabt hätte…
Dabei muss man sich allerdings vergegenwärtigen, dass der Schleim aus der Lunge ja durch die Luftröhre (Trachea) hochkommt, durch die Speiseröhre (Ösophagus) aber wieder heruntergeschluckt wird und im Magen endet. Die Reinigung der Lunge wurde also demnach doch vollzogen, ob der Schleim nun heruntergeschluckt wird oder nicht.

Problematisch ist der produktive Husten allerdings, wenn der Schleim sehr zäh ist und sich nicht löst.
Dem kann man zwar relativ simpel durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr entgegenwirken, dennoch kommt es immer wieder zu massiven Hustenattacken, bei denen der Körper eben versucht den zähen Schleim heraus zu befördern. Bei zu zähem, bzw. festsitzendem Schleim kann es dabei aber auch zu einem Würgereiz und teilweise zum Erbrechen kommen.

In einem solchen gegebenen Fall verabreicht man nun einen sogenannten Husten-/Schleimlöser, der die Konsistenz des Schleims ändert und ein leichteres Abhusten ermöglicht.
Demnach – und das muss man sich vergegenwärtigen – kommt es nach Gabe eines Husten-/Schleimlösers zu einem vermehrten Husten, da der gelöste Schleim ja auch abtransportiert werden muss.
Dieses ist dann beispielsweise Acetylcystein (ACC).

Die andere Form ist der Reizhusten, der beispielsweise bei sehr trockener oder staubiger Luft auftreten kann. Der Unterschied zum produktiven Husten ist, dass dieser Husten eben nicht dazu dient Schleim zu transportieren, da bei Reizhusten kein oder nur wenig Schleim produziert wird.
Reizhusten entsteht durch eine Reizung der Lunge und führt dabei zu reflektorischem Husten.
Dadurch, dass kein Schleim vorhanden ist, nutzt hierbei der Husten-/Schleimlöser nicht, da er schlichtweg nicht wirken kann.
Hier wäre ein „Hustenstiller“ angebracht, der den Husten unterdrückt. Selbst bei einer Reizung der Lunge wird der Husten beim Kind unterdrückt und bringt so eine Verbesserung des Befindens.
Diese wäre dann beispielsweise Sedotussin (Pentoxyverin).

Es ist also wichtig – bevor man einem Kind einen Hustensaft verabreicht – abzuklären, welche Art von Husten es ist, ob weitere Medikamente gegeben werden müssen (Antibiotika) und wenn ja, ob es zu Wechselwirkungen mit dem Hustensaft kommen kann.

Dieses kann der Kinderarzt bei einer Untersuchen recht leicht klarstellen und den entsprechenden Saft verordnen.

Wichtig ist, wenn vorher keine Arztkonsultation erfolgt ist (welche von mir allerdings dringend empfohlen wird), dass eben das Kind beobachtet werden muss, wie es auf den Saft reagiert.
Weiterhin muss gesagt werden, dass ein Kind, welches ein Medikament benötigt, nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehört.

Ein verschriebener Hustensaft sollte in der verschriebenen Dosis zu den verschriebenen Zeiten gegeben werden um gewährleisten zu können, dass er entsprechend wirkt.
Ebenso ist es wichtig in der Packungsbeilage zu lesen, wie und wann der Saft verabreicht werden soll. Soll der Saft beispielsweise eine halbe Stunde vor dem Essen verabreicht werden, dann sollte er auch eine halbe Stunde vor dem Essen gegeben werden.

Bei Reaktionen, Wechsel- oder Nebenwirkungen sollte wie in der Packungsbeilage verfahren werden und der Arzt konsultiert werden. Wie bei allen Medikamenten sollte auch Hustensaft über die verschriebene Dauer eingenommen werden und nicht bei Anzeichen der Besserung sofort eigenmächtig abgesetzt werden.

Abschließend als kleines „Schmankerl“ möchte ich noch die – zugegeben zwar ältere – meines Erachtens dennoch etwas missglückte Werbung des Hustensaftes Mucosolvan zum Besten geben:

Stoppt den Hustenreiz und löst den Schleim!

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

Thema: Erste Hilfe am Kind | Beitrag kommentieren