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Skilled and Aware of It – Der Dunning-Kruger-Effekt

Montag, 6. September 2010 | Autor:

Ich möchte vorausschicken, dass dieser Artikel intentiell für Ausbilder gedacht ist, um ihnen ihre Arbeit ein wenig zu erleichtern und ihnen kleine Einblicke in meine persönliche Sichtweisen und Auffassungen zu geben. Selbstverständlich ist aber jeder Interessierte eingeladen, sich ebenfalls mit diesem Artikel zu befassen.
Ich hoffe, dass dieser Artikel dem einen oder anderen Ausbilder dabei hilft, seine Aufgabe und seine Methodik aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Dieser Artikel hier soll die gleiche Einleitung erhalten, wie die Veröffentlichung, auf die ich mich beziehe.

1995 ging McArthur Wheeler in zwei Pittsburgher Banken und raubte sie am helllichten Tag aus, ohne auch nur den leisesten Versuch, sich selbst unkenntlich zu machen.
Er wurde in der selben Nacht verhaftet, kurz nachdem die Videobänder der Überwachungskameras in den 23-Uhr-Nachrichten gezeigt wurden.
Als ihm in der Vernehmung später die Bänder gezeigt wurden, schaute er ungläubig und murmelte nur: „Aber ich habe doch den Saft getragen …“.
Anscheinend unterlag Mr. Wheeler dem Trugschluss, dass das Einreiben mit Zitronensaft sein Gesicht unsichtbar für Kameras macht.

Was aber verleitete Mr. Wheeler nun dazu, seinen aberwitzigen Plan umzusetzen, obwohl der gesunde Menschenverstand ihn eigentlich davon hätte abhalten sollen?

Jeder Mensch hat schon mal jemanden kennengelernt, der so sehr von sich selbst überzeugt war, dass es schier an Größenwahn grenzte.
Aber im gleichen Atemzug wusste man schon nach wenigen Minuten Konversation, dass es mit dem fachlichen Hintergrundwissen desjenigen nicht weit her ist. Mögen sich dererlei Mängel in bestimmten Wissensgebieten als nicht zwangsläufig gravierend herausstellen, sind diese in anderen um so schlimmer.

Diesem Umstand haben sich David Dunning und Justin Kruger angenommen und mehrere Studien hierzu durchgeführt und veröffentlicht.
Unskilled and Unaware of It: How Difficulties in Recognizing One’s Own Incompetence Lead to Inflated Self-Assessments“, so lautet der illustre Name, der momentan in vielen Blogs sowie in „Manager-Magazinen“ und der Klatschpresse Einzug gehalten hat.
Dass diese Veröffentlichung bereits 11 Jahre alt ist, scheint niemanden zu stören, anscheinend sind die Meisten erst jetzt darauf gestoßen.

Was hat es aber denn nun überhaupt mit diesem „Dunning-Kruger-Effekt“, wie er landläufig genannt wird, überhaupt auf sich?

In diesem Artikel möchte ich genauer auf die Ergebnisse von Dunning und Kruger eingehen und das Licht auf uns als Ausbilder rücken. In vielfältigem Weg kann nämlich genau diese Veröffentlichung den Ausbildern eine helfende Hand reichen und sie weiterbringen.

Viele derer, die auf den „Dunning-Kruger-Effekt-Zug“ aufgesprungen sind, zitieren lediglich die Konklusionen, bzw. Arbeitsthesen, die sich aus der Veröffentlichung ergeben:

    • Inkompetente Personen neigen dazu, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen,
    • Inkompetente Personen erkennen überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht,
    • Inkompetente Personen können das Ausmaß ihrer eigenen Inkompetenz nicht erkennen,
    • Inkompetente Personen können durch Bildung nicht nur ihre Kompetenz steigern, sondern auch lernen, sich und andere besser einzuschätzen.

Aber warum verhält es sich so? Wie kamen Dunning und Kruger überhaupt darauf? Warum berichten Leute, die sich mit den eigentlichen Studien gar nicht bis wenig auseinander gesetzt haben, über eine eigentlich wissenschaftliche Arbeit?

All diese Fragen scheinen sich die Wenigsten zu stellen, da handfeste, einschlägige Formulierungen sowieso viel besser scheinen, als ellenlange Erklärungen und Versuchsangaben.
Da ich aber ein Freund selbiger bin und ich versuchen möchte, dass Leute verstehen, worüber sie sprechen, möchte ich ein wenig genauer darauf eingehen.

Die besprochene Publikation von David Dunning und Justin Kruger findet sich im „Journal of Personality and Social Psychology“ 77 Nr. 6 aus dem Jahr 1999. Dunning und Kruger arbeiten beide im Department of Psychology an der Cornell University.

Die durchgeführten Studien von Dunning und Kruger wurden geteilt, um die Arbeitstheorien einzeln zu überprüfen.

Die erste Studie behandelte das schwierige Feld des Humors.
Hierzu wurden der Testgruppe mehrere Witze genannt, die sie auf einer Skala von 1 – 11 bewerten sollten.
Als Messwert wurden die ausgewählten Witze 7 professionellen Komikern vorgelegt, die darum gebeten wurden, die Witze auf der gleichen Skala zu bewerten.
Die Testgruppe wurde ebenfalls darum gebeten, ihre eigene Fähigkeit, Witziges zu erkennen, zu bewerten.

Zur Vereinfachung wurde die Testgruppe in Viertel aufgeteilt und das jeweilige Mittel diente einer grafischen Veranschaulichung.
Hierbei zeigte sich, dass die eigene Wahrnehmung über Witzigkeit und der tatsächliche Vergleich mit den Bewertungen der Komiker stark auseinander liefen.

Während das untere Viertel sich in der eigenen Wahrnehmung bei 58% einordnete, zeigte der Vergleich ein Ergebnis von 12 %. Während sich die Ergebnisse bei den nächsten beiden Vierteln immer weiter annäherten, trat im Top-Viertel ein interessantes Phänomen auf:
Dieses schätzte sich selbst um etwa 15 % schlechter ein, als es tatsächlich war.

Da sich dieser Test allerdings nicht eindeutig bewerten ließ – Humor kann nicht final als richtig oder falsch bewertet werden – sollte eine zweite Studie das Testergebnis bestätigen.
Zu diesem Zweck wurde die Fähigkeit zum logischen Denken abgefragt. Außerdem sollten sich die Probanden wieder selbst bewerten, diesmal ihr eigenes Testergebnis schätzen, sowie ihre allgemeine Fähigkeit zum logischen Denken.
Auch hier zeigte sich nach der Gruppierung in Viertel ein ähnliches Ergebnis. Das untere Viertel erreichte ein Testergebnis von 12 %, schätzte allerdings seine erreichte Punktzahl auf 62 %. Deren allgemeine Fähigkeit wurde im Mittel auf 62 % geschätzt.
Aber auch im Top-Viertel zeigte sich wieder das gleiche Bild. Dieses schätzte sein Testergebnis auf 68 % und ihre allgemeine Fähigkeit auf 74 %. Erreicht wurden im Mittel allerdings 86 %.

Die dritte Studie sollte die vorangegangenen Studien in einem weiteren Metier absichern. Diese dritte Studie wurde in 2 Phasen durchgeführt.
In der ersten Phase wurde den Probanden ein Grammatik-Test vorgelegt, auch hier sollte wieder eine Einschätzung über die allgemeinen grammatikalischen Fähigkeiten, sowie das Abschneiden bei dem Test erfolgen.

Hierbei zeigte sich weiterhin eine gravierende Differenz zwischen der eigenen Wahrnehmung des unteren Viertels und des tatsächlichen Ergebnisses.
Während das tatsächliche Ergebnis im Bereich der 10 % angesiedelt war, erfolgte die eigene Wahrnehmung über den Testerfolg bei 62 %, die allgemeinen Fähigkeiten gar bei 68 %.
Auch bei Phase 1 der dritten Studie trat das Phänomen auf, dass das Top-Viertel sich zu schlecht bewertete. Während es seine Testergebnisse bei 70 % und ihre allgemeinen Fähigkeiten bei 72 % sah, lagen die tatsächlichen Ergebnisse im Mittel bei 89 %.

In Phase 2 wurden Teilnehmer des unteren und des Top-Viertels 6 Wochen nach dem Test aus Phase 1 eingeladen, um jeweils 5 Tests ihrer Mitprüflinge zu bewerten.
Anschließend hatten sie die Möglichkeit, ihre Eigeneinschätzungen zu revidieren.

Hierbei korrigierte das untere Viertel zwar seine allgemeinen Fähigkeiten um 3,5 Prozentpunkte nach unten, hob aber die Beurteilung über ihre Testergebnisse um 4,9 Prozentpunkte an.
Das Top-Viertel korrigierte beide Ergebnisse nach oben, allgemein um 5,6 Prozentpunkte, das Testergebnis um 10,2.

In der vierten Studie wurde das Vorgehen etwas abgewandelt, die Hälfte der Probanden erhielt – zur Stützung der 4. Arbeitsthese -, nach einem initialen Test für sämtliche Teilnehmer, einen Crash-Kurs in „Logisches Denken“. Anschließend erhielten alle Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Selbstbewertung zu korrigieren.
Es zeigte sich, dass alle trainierten Teilnehmer vom Training profitiert hatten und ihre eigene Einschätzungen in die richtige Richtung korrigierten (wenn auch im unteren Viertel weiterhin eine starke Überschätzung der eigenen Fähigkeiten vorlag).

Am interessantesten erachte ich persönlich jedoch die Schlussfolgerungen aus dem Artikel von Dunning und Kruger.

Sie erläutern klar und deutlich, dass mangelnde Kompetenz in bestimmten Bereichen dazu führt, dass Personen schwerwiegend falsche Entscheidungen treffen können und dass ihre mangelnde Kompetenz dazu führt, dass sie diese Fehler nicht erkennen können. Dunning und Kruger nennen das die „dual burden“.
Aber deutlich wird auch, dass ausgeschlossen werden kann, dass Menschen immer im Unklaren über ihre eigene Inkompetenz sind.
Es werden interessante Beispiele genannt, wie beispielsweise das „1-on-1“ gegen Michael Jordan, das Gitarren-“Duell“ gegen Eric Clapton oder auch das Golfspiel gegen Tiger Woods.

Schaut man sich jedoch – gerne Sportler – in einem beginnenden Stadium an, sieht man sehr häufig genau diesen Effekt, da sie ihre Fähigkeiten maßlos überschätzen. Fußballspieler beispielsweise sehen sich – wenn auch nur in der Kreisliga – gern auf dem gleichen spielerischen Level wie ein Bundesligaspieler. Einige derer glauben tatsächlich, dass sie „oben“ mitspielen könnten, auch wenn Trainer, Freunde und Verwandte dies verneinen. Genau darauf beziehen sich die Ausführungen von Dunning und Kruger.

Je mehr man sich umschaut, umso häufiger vermag einem dieses Phänomen auffallen.

Aber auch die statistische Signifikanz der eigenen Unterschätzung von kompetenten Menschen wird erläutert.
Viele kompetente Menschen unterliegen dem Irrglauben, dass ihre Mitkompetetoren die gleichen kognitiven Fähigkeiten besitzen wie sie selbst. Daraus ordnen sie ihre eigene Position in der Mitbewerberschaft geringer ein, als sie tatsächlich ist. Dunning und Kruger beziehen sich hierbei auf den „false-concensus-effect“ nach Ross (1977). Beim Betrachten der Mitbewerber folgt danach allerdings eine Rekalibrierung ihrer Einschätzung nach oben, da sie fähig sind, die Inkompetenz ihrer Mitbewerber zu erkennen.
Dieses Phänomen kann man auch sehr gut bei herausragend kompetenten Menschen in seiner Umgebung beobachten.
Ich kenne einen Arzt, der, seit ich ihn kenne, seine eigenen Leistungen schlechter einschätzt. Es fing bereits in der Schule an, als nach Arbeiten oder Klausuren mit ihm die Pferde durchgingen, da er ein Durchfallen seinerseits vermutete. Und er zeigte sich jedes Mal erneut überrascht, dass er einer der Besten war.
Das zog sich weiter durchs Studium und auch durch seine beginnende medizinische Karriere. Die Problematik hierbei zeigt sich in der Praxis, wenn es sich um schnell zu treffende Entscheidungen handelt.
Tendentiell neigen diese Personen dann dazu, viel abzuwägen und lange nachzudenken, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Allerdings kann eine gefestigte Persönlichkeit das Zögern ausgleichen.
Der von mir erwähnte Arzt ist nicht nur einer der kompetentesten Menschen, die ich kenne, sondern zeichnet sich auch durch eine stabile Persönlichkeit aus.

Kommen wir aber nun zu den Schlussfolgerungen für diesen Artikel.

Jedem Ausbilder mag schon einmal ein Teilnehmer aufgefallen sein, der „alles besser“ wusste als man selbst, der eine fast magische Art und Weise hatte, durch sein „gefährliches“ Halbwissen den gesamten Kurs aufzurühren. Solche Menschen kann man getrost – wenn auch wertungsfrei – als inkompetente Menschen im Sinne von Dunning und Kruger bezeichnen.
Ziel als Ausbilder ist nun, die Kompetenz derer so zu steigern, dass sie ihre eigene Inkompetenz ansatzweise begreifen.
Sie sollen keine fertigen Ärzte oder Rettungsdienstler sein, sondern erkennen, dass das was sie zu wissen glauben falsch ist.
Dies hört sich nun nach einer recht radikalen und „verachtenden“ Sichtweise an, macht aber durchaus Sinn, wenn man intensiver darüber nachdenkt.
Es geht im Groben um Kompetenzsteigerung.
Natürlich ist es das vorrangige Ziel, die Teilnehmer handlungsfähig zu machen, aber es erspart einem viele „graue Haare“, wenn man sich bewusst macht, dass bestimmte Teilnehmer Kurse nicht um des Stören willens stören und Unsinn erzählen, sondern weil sie es einfach nicht besser wissen.
Ich persönlich hatte schon mehrfach ein Zusammentreffen mit solchen Personen und muss zugeben, dass ich mich in meiner Anfangszeit als Ausbilder anschließend stark selbst hinterfragt habe, ob ich nicht vielleicht doch die Aussagen besser hätte prüfen müssen. Ich opferte nicht nur einmal meine Pausen, um Sachverhalte zu klären oder mir gesicherte Quellen zu suchen, um meine eigenen Standpunkte zu unterstützen.
Im Nachhinein stellte es sich zu 99% heraus, dass meine Sorge vollkommen unbegründet war.
Mit mehr Erfahrung und größerer Selbstsicherheit lernt man, dass viele „kritische“ Fragen lediglich bloßes, verständnisloses Nachfragen darstellen.
Ich hatte einen besonders „schlimmen“ Teilnehmer, der eigentlich seit dem morgendlichen Erscheinen nicht von meiner Seite wich, um mir seltsam tiefgreifende aber für diesen Sachverhalt doch „dumme“ Fragen zu stellen.
Ich wunderte mich zwar, beantwortete aber fast ausnahmslos die Fragen. Nach etwa einem Drittel des Kurses bemerkte ich, wie der restliche Kurs von den „professionellen“ Fragen genervt war, da sie nicht nur das Ziel des Kurses, sondern auch das medizinische Verständnis der meisten Anderen überstiegen. Ich bat ihn also, doch seine Fragen in der Pause zu stellen.
In der Pause dann stellte er mir seine Fragen, die ich zwar teilweise nicht verstand, weil sie bereits im Unterricht behandelt wurden, aber ich antwortete pflichtgemäß. Auf meine Frage, woher diese spezifischen Fragen kämen, lächelte er mich verschmitzt an: Er habe mich nicht vorführen wollen, weil er ja Medizinstudent sei und mich testen wolle, ob ich denn auch „gut genug“ für diesen Unterricht sei. Ich solle ihm nicht böse sein. Er fuhr fort in mir großes Potential zu erkennen, ich solle mir doch überlegen, Medizin zu studieren.
Wie geht man mit solchen Menschen um, bei denen man merkt, dass definitiv Grundlagen fehlen, sie sich aber dennoch für kompetent und qualitativ hochwertig ausgebildete Menschen halten?
Ein anderes Beispiel ist ein interessanter Vorfall in verschiedenen Ebenen.
Es handelt sich dabei um eine Geschichte, die ich bereits mehrfach erzählt habe und deshalb nur kurz anreiße:
Ein Teilnehmer kommt während der Unterrichtseinheit mit der Helmabnahme darauf, dass es kontraproduktiv sei, den Helm abzunehmen, da ansonsten das Hirn aus dem Schädel fallen könne.
Dies ist eine nachgewiesene Ente der Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben aus den 1970er Jahren.
Heute noch werden in ganz Deutschland Ausbilder mit dieser Geschichte konfrontiert.
Das ist auf der einen Seite ein Beispiel dafür, wie hartnäckig sich Gerüchte und Fehlinformationen halten und auf der anderen Seite ein Beispiel für den besprochenen Dunning-Kruger-Effekt.
Inkompetente Menschen können eben nicht erkennen, dass eine solche Verletzung unmöglich ist, bedingt durch die physikalischen Voraussetzungen, die gegeben sein müssten. Kann man ihnen das vorwerfen? Definitiv nicht.
Entsprechend sollte man ihnen nicht nur ihren Irrtum aufzeigen, sondern auch kurz und prägnant erläutern, warum eine solche Verletzung nicht möglich ist. Hierbei reicht in der Regel schon die Aussage, dass bedingt durch den Helm die Aufprallenergie des Sturzes verteilt wird und es so eben nicht zu einer solchen Verletzung kommen kann, da diese punktuelle Energie voraussetzt.

Aber vor allem auch auf der anderen Seite des Tisches kann man durch Eigenreflexion eine Menge Probleme ersparen.
Das Schlüsselwort, wie es auch Dunning und Kruger erwähnen, lautet Feedback.

Wenn wir zurückschauen, stellen wir fest, dass die Unfähigkeit mangelnde Kompetenz zu erkennen eine der Bürden des inkompetenten Menschen ist. Selbstverständlich erhalten Ausbilder didaktische und pädagogische Grundwerkzeuge an die Hand, allerdings ist – gerade mit einem Seitenblick auf die Sportler der Kreisliga – gerade dieser Status der beginnenden Kompetenz ein recht komplizierter, respektive gefährlicher Zustand. Ich habe in meiner Zeit als Ausbilder schon einige „Ausbilder-Lehrlinge“ erlebt, die ihren Unterricht für pädagogisch und didaktisch makellos hielten. Es hat ihnen aber auch noch nie jemand gesagt, dass Frontalunterricht der am wenigsten effektive Unterricht ist. Eine Akzeptanz von lediglich 10% seitens der Teilnehmer spricht hierbei Bände.
Dennoch verfallen viele beginnende Ausbilder sehr oft in diese Unterrichtsform, da diese dem Ausbilder weniger abverlangt. Der Stoff wird geradlinig durchgezogen, man vermeidet unliebsame Fragen und das „Austesten“ der Teilnehmer, die die Kompetenz des Ausbilders auf die Probe stellen wollen.
Ich möchte mich davon auch selbst gar nicht ausnehmen, zu verlockend ist da die Versuchung.
Aber es geht darum, sich selbst und seine Unterrichtsmethoden ständig zu hinterfragen.
Ich hatte einen Ausbilder im Praktikum bei mir, der zwei Themen eigenständig aufbereiten und unterrichten sollte.
Hierbei handelte es sich um die stabile Seitenlage und um das Thema Bauchschmerzen.
Während bei der stabilen Seitenlage eine klare Handlungsanweisung vorgegeben ist, ist das Thema Bauchschmerzen ein wenig komplex und diffuser.
Über Bauchschmerzen kann man vieles oder gar nichts sagen. Die Problematik möchte ich hier nicht weiter erörtern, das würde den hier schon gedehnten Rahmen dieses Artikels vollends sprengen.
In der Ausbildung wird immer wieder gesagt, dass man knappe und so allgemein wie möglich gehaltene Aussagen treffen soll und sich nicht vom Hundertste ins Tausendste verzetteln soll.
Genau das ist meinem Praktikanten passiert.
Und je bohrender die Nachfragen wurden, um so mehr verhaspelte er sich in medizinischen Details, die zu allem Unglück auch noch falsch waren.
Ich griff schließlich ein, früh genug um den Zeitablauf zu retten und spät genug, als das mein Praktikant verstand, warum seine Ausbilder ihm erklärt hatten, sich nicht auf Detailfragen einzulassen.
Das mag jetzt auf den ersten Blick gemein oder unfair erscheinen aber diese Erfahrung hatte eine ausnehmlich positive Wirkung auf ihn. Er erkannte, dass seine pädagogisch didaktischen Finessen, die er sich selbst zugestand, quasi nonexistent waren und er nicht ausreichend vorbereitet war.
Während unserer Nachbesprechung kamen wir selbstverständlich darauf zu sprechen und er erläuterte mir, dass er gar nicht verstand, wie das passieren konnte, er fühlte sich plötzlich überrumpelt und in die Ecke gedrängt. Durch den von ihm empfundenen Zugzwang glitt er immer tiefer hinein, bis er sich mit einer Frage konfrontiert sah, die er nicht beantworten konnte. Er habe versucht, sich die Frage, während er versuchte sie zu erklären, selbst zu beantworten, wodurch er immer nervöser wurde.
Auf meine Frage, warum er nicht klar gesagt hätte, dass er die Antwort nicht wisse, sie aber gerne nachreichen könne, antwortete er mir, er habe in diesem Moment gar nicht erkannt, dass er die Antwort nicht wusste.
Und an dieser Stelle möchte ich wieder betonen, dass es nicht verwerflich oder peinlich ist, etwas nicht zu wissen.
Es geht darum, den vorgegebenen Stoff zu vermitteln, nicht darum, Mediziner oder Rettungsdienstler auszubilden.
Wir möchten Handlungskompetenz beim Ersthelfer schaffen. Zuviel oder zu detaillierte Information ist dabei für den Teilnehmer nicht nur uninteressant, sondern auch kontraproduktiv.

Eine vielfältige Ausbildungsweise verbessert nicht nur die Lehr-, sondern auch die Lernerfahrung. Wenn man sich mit Ausbilderkollegen unterhält, kommt man immer wieder auf positive und negative Erfahrungen mit bestimmten Unterrichtsmethoden. Man sollte sich hierbei nicht scheuen, zu fragen ob man diese Methode bei sich mal ausprobieren darf. Ich war schon oft überrascht, wenn ich Methoden ausprobiert habe, die mir im Leben nicht eingefallen wären. Tatsächlich habe ich mich danach oft gefragt, warum dies mir nicht eigefallen ist.
Als Beispiel mag hier das Vorgehen dienen, bestimmte Themen in einer Gruppenarbeit von den Teilnehmern erledigen zu lassen, beispielsweise Themen wie Unterkühlung oder Hitzeerschöpfung. Mit der auszugebenden Dokumentation erreichen die Teilnehmer in kurzer Zeit richtige Ergebnisse, die sie nicht nur handlungskompetenter werden lassen, sondern ihnen auch das Gefühl vermitteln, selbst etwas zum Erfolg beigetragen zu haben.

Nicht zuletzt ist es eine gute Idee, dass andere Kollegen mit im Unterricht sitzen und ihn sich anhören. Diese können danach kompetentes und spezifisches Feedback geben.
Hierbei ist es allerdings wichtig, einige einfache Grundregeln zu beachten:
Das Feedback sollte spezifisch sein. Je genauer man Probleme eingrenzt und beschreibt, umso einfacher fällt es, sie an sich selbst zu beobachten und zu beheben.
Hierbei liegt ein weiterer Knackpunkt, denn man sollte ein gewisse Ausgewogenheit an positiven und negativen Punkten finden.
Des Weiteren sollte das Feedback möglichst neutral formuliert werden. Kollegen wollen sich untereinander weiterhelfen, das sollte man immer im Hinterkopf behalten, es geht nicht darum jemanden in die sprichwörtliche Pfanne zu hauen.

Als Abschluss dieses – wie immer – sehr langen Artikels noch eine Bemerkung, wie sie auch Dunning und Kruger in ihrer Veröffentlichung erwähnen.
Je öfter und genauer ich diesen Artikel lese, komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob ich selbst an der von mir beschriebenen Problematik leide.
Vielleicht sind meine Schlussfolgerungen falsch oder unlogisch, vielleicht überschätze ich meine Fähigkeiten maßlos selbst. Jedem Lesenden steht es selbstverständlich frei, falsche Denkweisen oder Korrekturen aufzuzeigen, denn selbst wenn alles in diesem Artikel Geschriebene unter völlig falschen Annahmen verfasst wurde, kann jeder versichert sein, dass es nicht mit böser Absicht geschehen ist. Meine Inkompetenz hat verhindert, dass ich die richtigen Zusammenhänge erkannt habe.

In diesem Sinne darf ich gerne um Feedback bitten.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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Anmerkungen zu einem Artikel im “Spiegel” 15/2008

Donnerstag, 18. Dezember 2008 | Autor:

“Der Spiegel” hat in seiner Ausgabe 15/2008 einen „kritischen“ Artikel über die Erste Hilfe-Ausbildung in Deutschland veröffentlicht. Als Ausbilder habe ich mich persönlich angegriffen gefühlt, wie es auch den Lehrern bei dem momentan ja überaus beliebten „Lehrer-Bashing“ gehen dürfte.

„Die Qualität von Erste-Hilfe-Kursen ist so schlecht, dass kaum ein Laie Leben retten kann. Ein Großteil von ihnen probiert es erst gar nicht“

Eine gewagte Überschrift wie ich finde. Natürlich muss man diese Aussage, wenn man den Artikel auch fertig liest, relativieren, die Punkte, die gemacht werden sind nicht frei erfunden, einiges stimmt so tatsächlich. Aber die Kritik, die Kurse seien zu lang und zu realitätsfern, kann man so nicht stehen lassen. Viele meiner Ausbilderkollegen bemühen sich um einen interessanten und realitätsbezogenen Unterricht. Es bringt weder uns als Ausbilder etwas, noch dem Teilnehmer, wenn wir von der „grünen Heide“ erzählen. Aber man muss auch sehen, dass der einzelne Ausbilder sich die Themen, die er behandelt nicht aussucht. Diese werden von der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) und den Berufsgenossenschaften vorgegeben. Die jeweilige Organisation hat dann auch noch mal ein Wörtchen mitzureden und gibt offizielle Lehraussagen vor. An diese muss ich mich als Ausbilder halten, möchte ich nicht eigenverantwortlich handeln.
Dass dabei Themen wie das Retten von Verunfallten aus Gefahrensituationen herauskommen, muss ich dann eben hinnehmen. Ob das dann sinnvoll ist oder nicht, darüber müssen sich andere streiten, ich mache als Ausbilder meinen Job und versuche das Verlangte möglichst im Sinne des Teilnehmers herüber zu bringen.

Der Vorwurf, am Teilnehmer vorbei auszubilden, ist nicht nur überzogen, sondern so auch nicht richtig. Die Statistiken, die angesprochen werden sind mir bekannt. Auch ist mir bekannt, dass viele Ersthelfer zu wenig tun, aber was will ich denn von einem Ersthelfer erwarten, der maximal 8 Doppelstunden á 90 Minuten als Ausbildung erhält?

Es ist eine utopische Forderung, die Erste Hilfe im Schulunterricht zu verankern. Wir sehen doch bereits jetzt, dass die Schüler nur deswegen zu den Kursen kommen, weil sie müssen. Der Prozentsatz, der freiwillig, weil es ihn interessiert, an dem Kurs teilnimmt, ist an einer Hand abzuzählen. Ebenso bei den Erwachsenen-Kursen.
In jedem Kurs, der von der Berufsgenossenschaft ausgeht, kann man in den Gesichtern der Teilnehmer die Motivation lesen. Und die liest sich wie: „Mach hin, ich will heim, das brauch doch eh keiner.“
Aber hier sind dann die Kursleiter in der Pflicht, eben eine Motivation zu geben. Es ist aber eine Sisyphus-Arbeit, jedes Mal aufs Neue den „Zirkusaffen“ zu geben.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Teilnehmer sowieso alles „besser wissen“, als der Ausbilder, der „da vorne“ steht. Da wird jede Maßnahme, die erklärt wird, kommentiert und es wird erzählt, warum das, was Teilnehmer da für richtig hält, tatsächlich auch richtig ist (Auch wenn es das in Wirklichkeit nicht ist).

Erstaunt bin ich immer wieder über folgende Geschichte, die mir bisher in etwa 85% aller von mir gehaltenen EH/LSM-Kursen erzählt wurde. Erlebt wurde sie immer von einem entfernten Verwandten bzw. einem Bekannten oder dem Verwandten des Bekannten.
Vielleicht kennt sie der ein oder andere:

Ein Motorradfahrer verunglückt und bekommt von dem Ersthelfer (eben demjenigen Bekannten/Verwandten, der die Geschichte erzählt) den Helm abgezogen. Durch eine unglückliche Verletzung bricht der Schädel so, dass die Schädeldecke im Helm verbleibt und das Gehirn aus dem Kopf fällt. Das ist passiert, weil der Mottorradfahrer entweder auf einen Bordstein oder eine Leitplanke gefallen ist.
Diese Geschichte wird im Anschluss von einigen anderen Teilnehmern bestätigt. Sie hätten davon auch schon gehört, oder einem ihrer Bekannten/Verwandten sei das Gleiche passiert.

In Wirklichkeit handelt es sich bei dieser Geschichte um eine sogenannte „Urban Legend“. Es ist eine Geschichte die so ähnlich tatsächlich einmal publiziert wurde. 1979 fand sich diese Geschichte in einer BILDenden Boulevardzeitung, wurde aber kurze Zeit darauf als Ente enttarnt und richtiggestellt. Aber heute noch hält sich diese Geschichte hartnäckig in den Köpfen der Teilnehmer als Argumentation gegen die Helmabnahme.

Auch die Argumentation des Spiegels, die medizinischen Forschungsergebnisse fänden nicht schnell geug ihren Weg in die Kurse kann so nicht bestätigt werden. Wie oft sollen denn die entsprechenden Inhalte geändert werden? Monatlich? Halbjährlich?

Bei allem gebotenen Respekt, aber das sind Aussagen von jemandem, der sich anscheinend mit der Materie nicht auskennt.
Das Problem ist viel eher, das die Leute im Normalfall nur einmal diesen Kurs besuchen, nämlich um ihren Führerschein zu machen. Danach kümmert sich die Mehrheit der Bundesbürger nicht mehr um die Erste Hilfe. Viele geben zwar an, nicht mehr Bescheid zu wissen und würden gerne nochmal einen Kurs besuchen, aber die meisten lassen keine Taten folgen.
Und so liegt die Tatsache, dass die Ersthelfer in Deutschland so „schlecht“ ausgebildet sind, nicht an den Ausbildern oder den Kursinhalten, sondern primär an der Zielgruppe selbst.

Es muss viel mehr in den Köpfen der potentiellen Helfer etabliert werden, dass die Erste Hilfe jeden angeht. Jeder kann in die Situation geraten, Hilfe leisten zu müssen. Und das müssen die Leute verstehen. Es bringt niemandem etwas, wenn nun in blindem Aktionismus Ausbildungsinhalte umgeworfen, angepasst oder rausgelassen werden. Vielmehr muss in der breiten Masse das „Wollen“ nach einem Erste Hilfe-Kurs gestärkt werden.
Als ersten Schritt müssen die aktuellen Teilnehmer motiviert und überzeugt aus den Kursen gehen. Sie müssen das Gefühl haben, helfen zu können und das nicht nur in den nächsten Stunden, Tagen oder Wochen, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Und sie müssen danach den Wunsch verspüren, das Gelernte aufzufrischen oder gar zu vertiefen.
Auch wenn sich das jetzt ein wenig nach „Sekte“ anhört, das sollte das Ziel sein.
Die Leute sollen helfen wollen, nicht müssen.

Aber auch die geforderten „kürzeren“ Kurse werden das nicht abschaffen. Eigentlich müssten die Kurse sogar länger sein. Aber eben nicht am Stück. Ein modularer Aufbau wäre sinnvoll, allerdings kann man diesen erst durchsetzen, wenn die Leute kommen wollen.
Der Vorteil wäre, dass man dann eben zielgruppenorientierte Kurse anbieten könnte. Die Durchführung von „Erste Hilfe am Kind“-Kursen ist eben genau so ein Kurs, allerdings ist auch da die Zielgruppenorientierung auch ein wenig „misslungen“, da dort eben auch „gezwungene“ Teilnehmer in den Kursen sitzen.
Aber prinzipiell wäre genau das der richtige Weg. Zielgruppenorientierte Ausbildungsinhalte, bei kürzerer Kursdauer und höher Wiederholungsfrequenz.

Aber da eröffnen sich schon die nächsten Probleme. Wer bestreitet den Verwaltungsaufwand? Wer konzeptioniert die verschiedenen Kurse, bzw. die Zielgruppen? Woher sollen die Einnahmen kommen, die die benötigten Aufwendungen decken?
Die Ausbildung ist bei den Organisationen mehr Prestigesache als Einnahmequelle. Mit der Laienausbildung lässt sich kein Geld verdienen, das verhindern schon die gehobenen Anforderungen seitens der Berufsgenossenschaften. Dieser „Großkunde“ ist elementar für die ausbildenden Stellen. Keiner kann es sich leisten, diesen zu verprellen, also tanzen alle nach deren Pfeife.

Ein großes Problem – und da kann ich dem Spiegel nur zustimmen – sind die, teilweise sehr zweifelhaften, privaten Anbieter. Es kann einfach nicht sein, dass jemand einen EH/LSM-Kurs anbietet, der um 10.00 Uhr anfängt und um 13.00 Uhr fertig ist. Wenn dann noch HLW-Techniken von vor 15 Jahren erklärt werden und als aktuelle Richtlinie des European Resuscication Council (ERC) ausgegeben werden, dann ist für mich das Ende der Fahnenstange erreicht. Es muss eine staatliche Regulation her, die auch entsprechend kontrolliert werden muss.

Letztendlich möchte ich noch ein kurzes Wort zur fachlich-didaktischen Eignung der Ausbilderkollegen der Hilfsorganisation verlieren. Jeder der eine Fortbildung zum Ausbilder machen möchte, muss eine fachliche und pädagogische Prüfung ablegen. Ebenso muss eine HLW-Prüfung abgelegt werden. Beim ASB gibt es beispielsweise ein Mentorensystem, das neuen Ausbilderkollegen einen Mentor zur Seite stellt. Vielmehr darf auch nur dann die Ausbilder-Ausbildung begonnen werden, wenn derjenige auch einen Mentor hat. Das soll sicherstellen, dass die Ausbilder nicht „ins kalte Wasser“ geworfen und direkt mit den Teilnehmern „alleingelassen“ werden.
Die Hilfsorganisationen achten darauf, dass die benötigten Kenntnisse vermittelt werden und die Ausbilder werden regelmäßig fortgebildet. Viele meiner direkten Kollegen sind selbst aus dem Rettungsdienst, von einer mangelden Kenntniss der zu vermittelnden Inhalte kann also nicht wirklich geredet werden. Aber auch die Nicht-Rettungsdienstler unter den Ausbildern sind kompetente Leute, die keine Fehlinformationen vermitteln, wie der Spiegel da meines Erachtens suggeriert.
Klar muss auch sein, dass jeder, der an so einem Kurs teilnimmt, mit Dingen konfrontiert wird, über die er sich noch keine Gedanken gemacht hat. Aber es sind nicht die Ausbilder, die zweifelhafte Fragen aufwerfen, sondern in den meisten Fällen die anderen Teilnehmer, die durch „gefährliches Halbwissen“ manchmal sehr viel Schaden anrichten können. Und gerade die rechtlichen Fragen werden oft von den Teilnehmern aufgebauscht, weil sie selbst diese Fragen missinterpretieren.

Ein Erste Hilfe-Kurs sollte also kein notwendiges Muss sein, sondern etwas, das man für sich und vor allem auch für andere tut. Ich will im Notfall helfen können und will im Gegenzug in einem Notfall, der mich betrifft auch geholfen bekommen. Es bleibt ein stetiges Geben und Nehmen. Doch solange die Motivation nur aus Erlangung des Führerscheins besteht, werden qualitativ hochwertigere Kurse ein Traum bleiben.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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