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Paracetamol

Sonntag, 22. Februar 2009 | Autor:

„We’re talking about normal strength tylenol… You grab a handful, throw it in her mouth and whatever stucks, that is the correct dosage“

Was Dr. Cox aus der US-amerikanischen Fernsehserie ‚Scrubs’ damit andeuten möchte ist ziemlich simpel.
Tylenol, ein amerikanisches Präparat mit dem Inhaltsstoff Paracetamol, kann man nicht überdosieren.

Dass das nur zum Teil stimmt bekommt man von Apothekern immer wieder erzählt und gerade im Bezug auf Kinder sollte man mit der Dosierung von Paracetamol vorsichtig sein.
Paracetamol gehört zu den nicht-opioiden Analgetika, also ein Schmerzmittel, welches aber ebenso als Antipyretikum (Fiebersenkung) eingesetzt werden kann. Die häufigsten Darreichungsformen sind Tabletten (bei Erwachsenen) und Zäpfchen (bei Kindern).

Paracetamol wird über die Leber abgebaut und genau darin liegt die Gefahr, da Paracetamol in hohen Dosierungen stark Lebertoxisch ist. Ein zu hohe Dosis kann beim entsprechenden Patienten zu einem Ausfall der Leberfunktionen (Leberversagen) führen, welche hochgradig lebensgefährlich werden kann.
Umso wichtiger ist die korrekte Anwendung, gerade bei Kindern. Bei einer Dosierung von über 150 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht oder etwas 7,5 Gramm beim Erwachsenen führt die Einnahme häufig zu massiven und irreparablen Leberschädigungen Das sind im Falle eines Erwachsenen etwa 15 Tabletten. Hieran sieht man schon, dass eine versehentliche Überdosierung nahezu ausgeschlossen werden kann
Allerdings sollten Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung Paracetamol nur unter Abstimmung des Arztes einnehmen. Des Weiteren sollte Paracetamol niemals zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Ab April 2009 wird Paracetamol in hohen Dosierungen verschreibungspflichtig.

Bei Kindern sollte bei der Zäpfchengabe unbedingt darauf geachtet werden, dass nur korrekte Dosierungen verabreicht werden. Zwischen der Gabe zweier Zäpfchen sollte eine Zeitspanne von 6-8 Stunden vergehen, damit der Körper das Medikament abbauen kann und keine „schleichende“ Überdosierung eintritt.

Bei einer versehentlichen Überdosierung sollte sofort ein Notruf abgesetzt werden, sofern das Medikament oral (durch den Mund) eingenommen wurde ist es hilfreich die Peron erbrechen zu lassen, um eine weitere Resorbtion zu verhindern. Nach einem erfolgreich abgesetzen Notruf kann ein weiterer Anruf bei der zuständigen Giftinformationszentrale erfolgen, um ein zwischenzeitliches Handeln abzuklären.

Generell ist darauf zu achten, dass Medikamente, welcher Art auch immer, für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden sollten. Das bedeutet beispielsweise in einem abschließbaren Arzneimittelschränkchen, welches sich an einem hohen, kühlen und trockenen Ort befindet. Der Schlüssel sollte dabei immer abgezogen werden und ebenfalls sicher und für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

Paracetamol ist bei richtiger Anwendung ein sinnvolles und gutes Medikament, man sollte aber wie erwähnt stets darauf achten, dass es nicht überdosiert wird. Angesichts der Menge, die eingenommen werden muss ist das zwar eigentlich recht schwierig, aber man sollte trotzdem darauf achten.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

Ergänzung:
Seit dem 01.04.2009 ist Paracetamol in hohen Dosen verschreibungspflichtig!
Es dürfen frei verkäuflich nur noch Packungen erworben werden in denen sich insgesamt maximal 10g des Wirkstoffs befinden.
Das bedeutet beispielsweise 20 Tabletten á 500mg.
Die Argumentation dafür liegt in der Lebertoxizität.

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