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Kinder und Schmerzen

Sonntag, 14. Dezember 2008 | Autor:

Eine Aussage, die in „Erste Hilfe am Kind“-Kursen immer wieder für unglaubliches Staunen und „Aha“-Effekte sorgt ist eine eigentlich recht simple.

Aber der Reihe nach:
Jeder dürfte die Aussage kennen: „Stell dich nicht so an, so schlimm ist es nicht…“.
Ich habe diese Aussage mehrfach von meiner Mutter und meinen Großeltern zu hören bekommen. Dabei ist diese Aussage so falsch, wie sie nur sein kann.

Natürlich wissen „wir Erwachsenen“, dass ein geklemmter Finger nicht sehr schmerzhaft ist. Wir wissen, dass der Schmerz gleich wieder vorbei ist und oft auch, dass wir selbst Schuld daran sind, dass der Finger nun weh tut.

Säuglinge oder kleine Kinder aber nehmen Schmerzen ganz anders wahr, als Erwachsene.
Ganz egal, ob sich das Kind den Finger klemmt, einen Arm bricht oder eine Verbrennung erleidet, für Kinder ist jedes einzelne dieser Verletzungen das ultimative Schmerzerlebnis. Die Nerven melden dem Gehirn lediglich die Tatsache, dass Schmerzen da sind. Die „Interpretation“ Schmerz-Qualität können die Nerven nicht leisten, dementsprechend erfährt das Kind nur „Schmerz“. Es kann nicht unterscheiden, ob der Schmerz nun stark oder leicht ist, ob er ziehend oder stechend ist, Schmerz ist Schmerz und immer „ultimativ“. De Facto ist es also so, dass einem Kind ein geklemmter Finger genau so weh tut, wie beispielsweise eine Verbrennung an einem Bügeleisen.

Man sollte also ein Kind, das Schmerzen äußert, immer Ernst nehmen.

Ein kritischer Punkt ist demzufolge immer ein Arztbesuch, vor allem, wenn eine Impfung ansteht. Denn auch dieser kleine Stich, verursacht Schmerz. Daraus folgt, dass es normal ist, dass das Kind schreit. Wie gesagt, Schmerz ist Schmerz. Abhilfe kann man schaffen, indem man das Kind ablenkt. Denn die Fokussierung auf ein anderes Ereignis (ein Fingerspiel oder eine „herum hampelnde“ Puppe) kann das Schmerzereignis so „abschwächen“, dass das Kind es gar nicht wahrnimmt.

Man sollte Sätze wie den oberen möglichst einfach nicht verwenden. Auch Sätze wie: „Die Spritze tut gar nicht weh“ sind eine schlechte Wahl, denn sie sind einfach eine Lüge gegenüber dem Kind. Im schlimmsten Fall „versaut“ man das Kind für zukünftige Arztbesuche.
Man sollte Kinder nicht anlügen, besonders nicht, wenn es um Schmerzen geht. Man kann den Schmerz „herunterspielen“, eine Belohnung für die „überstandene Prozedur“ anbieten, wie ein Täfelchen Schokolade, eine kleine Fingerpuppe oder ein kleines Puzzle, wie sie in Wundertüten manchmal vorkommen. Diese können den Schmerz nicht nur „lindern“, sondern zeigen dem Kind, dass es sich nicht fürchten muss.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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Herzlich Willkommen!

Samstag, 13. Dezember 2008 | Autor:

Wer hier in Deutschland einen Führerschein haben möchte, muss einen „Erste-Hilfe-Kurs“ besuchen.

„Erste-Hilfe-Kurs“ ist hier meist falsch, da es sich laut Definition nicht um einen solchen handelt.
Für die Führerscheine der Klassen A, A1, B, BE, L, M, S und T ist der Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort“ (LSM) notwendig, dieser erstreckt sich über 4 Doppelstunden á 90 Minuten (1 Tag).
Einen „Erste Hilfe“-Kurs (EH) hingegen – dieser geht über 8 Doppelstunden á 90 Minuten (2 Tage) – benötigt man für die Führerscheinklassen C, CE, C1, C1E, D, DE, D1 und D1E. Ebenso wird dieser benötigt, um eine Wiedererteilung der „alten“ Führerscheinklassen 2 oder 3 zu erreichen oder eine Zulassung zum Physikum bzw. einen von diversen Trainerscheinen zu bekommen.

Kurz gesagt wird jeder Bürger, der in Deutschland lebt, mindestens einmal an einem solchen Kurs teilnehmen.
Diese Kurse werden von den deutschen Hilfsorganisationen (DRK, ASB, Malteser, Johanniter und DLRG) angeboten. Diese organisieren sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), welche sicherstellen soll, dass jeder Bürger die gleiche qualitativ hochwertige Ausbildung in Sachen Erste Hilfe erhält.
Ebenfalls gibt es noch private Anbieter, die sich im Bundesverband Erste Hilfe (BVEH) organisieren.
Zwischen diesen beiden „Kontrahenten“ herrscht ein Konkurrenzkampf um die „lohnensten“ Kurse, den Berufsgenossenschafts-Kursen (BG-EH). Die BVEH möchte ein Stück vom Kuchen abhaben, die BAGEH, bzw. deren Mitglieder, wollen aber nichts abgeben. Daher wird sich in beiden Lagern hin und her gebogen, um den Berufsgenossenschaften zu „gefallen“. Die allgemeine Verunsicherung, ob dieses Gehabe abträgig für die Ausbildung ist, kann eigentlich verneint werden, allerdings werden wir sehen müssen, wie es nun in den Jahren weitergeht.

Die Inhalte der beiden Kurse entsprechen sich zu einem gewissen Punkt, da in einem EH sozusagen ein LSM „integriert“ ist, nur führt der EH die Inhalte ein wenig fort, um eine umfassendere Ausbildung zu gewährleisten.
Kernaussagen beider Kurse sind unter anderem die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) – auf „klug“ heißt sie Cardio-Pulmonale Reanimation (CPR) – diese wird in den sogenannten „Guidelines“ veröffentlicht. Die Guidelines werden von dem European Resuscication Council (ERC) erörtert und veröffentlicht.
Dieses geschieht im Abstand von jeweils 5 Jahren. Innerhalb dieser 5 Jahre werden von führenden Medizinern selbstverständlich mannigfaltige Studien durchgeführt und veröffentlicht, eben auch auf dem Gebiet der HLW. Hierbei werden dann dann und wann Neuerungen besprochen und vorgeschlagen, da man eben feststellt, dass das, was momentan bei der HLW durchgeführt wird nicht optimal ist. In den vergangenen Jahren wurden immer weitere Verfeinerungen durchgeführt, um der aktuellen medizinischen Forschung Rechnung zu tragen. Im ERC werden dann diese Forschungen aufgegriffen und weiter besprochen, ob eine Einführung in den Guidelines sinnvoll ist oder nicht.
Dieses war zuletzt 2005 der Fall. In den 2005er Guidelines gab es interessante und durchaus sinnvolle Neuerungen, wie ich finde.

Mal ganz kurz zu meiner Person. Ich bin seit einigen Jahren Ausbilder für Erste Hilfe und „Erste Hilfe am Kind“ (EHK) und habe mittlerweile für 2 große ausbildende Hilfsorganisationen gearbeitet und ausgebildet. Ursprünglich entstamme ich dem Rettungsdienst und habe mich dann nach ein oder 2 Jahren aktiver Teilnahme im Rettungsdienst dazu entschieden, „Laien“ in Erster Hilfe auszubilden. Ich bin verheiratet und Vater einer mittlerweile 3 ½ jährigen Tochter.

Diese hier vorliegende Publikation soll nicht als Ersatz für einen EH gelten, ebenfalls ist das alles keine offizielle Aussage der existierenden Hilfsorganisationen. Hierbei handelt es sich um eine „Erweiterung“ für einen bereits besuchten EH oder LSM.

Ich möchte hier einige immer wieder aufkommenden Missverständnisse versuchen zu erklären und den geneigten Leser auf dem neuesten Stand halten.
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Ich versuche hier möglichst aktuelle und auch oft gefragte Themen behandeln, wer aber hier gerne ein bestimmtes Thema lesen möchte, kann mir gerne eine entsprechende Mail zukommen lassen und ich werde dann gegebenenfalls auf das jeweilige Thema hier einmal eingehen.
Ich möchte hier besonders, aber nicht nur, Laien ansprechen, die sich für das große Thema Erste Hilfe interessieren, aber der ein oder andere Beitrag kann auch für „professionelle“ Ersthelfer interessant sein. Wer Beanstandungen bezüglich des Inhalts hat, kann mir hier einen Kommentar hinterlassen oder mir eine E-Mail schreiben, ich werde dann gegebenenfalls eine Richtigstellung bzw. Korrektur verfassen.

Ich hoffe, hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, dass dem Ein oder Anderen einige Zusammenhänge vielleicht deutlicher werden, als sie im EH/LSM/EHK besprochen werden konnten.

Bei Link- oder Themenvorschlägen, Anfragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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