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Einen guten Rutsch…

Mittwoch, 31. Dezember 2008 | Autor: Björn

…ins neue Jahr wünscht euch allen schockzeichen.de.

Ich wünsche euch alles Gute für das kommende Jahr, feiert schön und kommt gut rein.

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Bewusstlosigkeit

Samstag, 27. Dezember 2008 | Autor: Björn

Bewusstlosigkeit ist eines der größeren Themen im EH-Kurs. Eigentlich ist es ganz einfach, aber die Zusammenhänge sind manchmal ein wenig verwirrend.

Also… Bewusstlosigkeit ist erstmal gar keine Bewusstlosigkeit, sondern es handelt sich dabei eigentlich “nur” um eine Bewusstseinseintrübung , bzw. Bewusstseinsminderung. Die Eintrübung entsteht durch Sauerstoffmangel im Gehirn. Soweit, so einfach. Auf die Frage, warum die Bewusstseinseintrübung so gefährlich ist, kommt dann die klassische Erklärung, dass bei einem „Bewusstlosen“ der Grundtonus der Muskulatur ausfällt und daher die Zunge zurückfällt und die Atemwege blockiert.
Nun handelt es sich dabei aber nur um die halbe Wahrheit.
Denn es hängt von dem Grad oder auch der Tiefe der Bewusstseinseintrübung ab, inwieweit die Schutzreflexe und der Grundtonus (Ruhetonus) ausfallen.
Man unterscheidet zwischen grob 4 Graden der Bewusstseinseintrübung:
Diese sind
a) Benommenheit
b) Somnolenz
c) Sopor
d) Koma

Benommenheit sollte eigentlich jedem zumindest ansatzweise bekannt sein. Patienten sind desorientiert und leicht verlangsamt, aber noch kommunikationsfähig. Das kann man gut mit jemandem vergleichen, der gerade aufgestanden ist. Der wird auch noch ein wenig benommen sein (diese müssen dann aber noch nicht in die Stabile Seitenlage gelegt werden).

Auch Somnolenz dürfte dem Ein oder Anderen bekannt sein. Der Patient ist schläfrig, auch „schlafsüchtig“ und wird ständig einschlafen. Aus diesem Schlaf ist er aber jederzeit wieder erweckbar. Auch die Orientierung leidet. Oft ist die Sprache verwaschen und unzusammenhängend. Der Schlaf verschwimmt mit der Realität, manche somnolente Patienten antworten auf Fragen, die sie „geträumt“ haben.

Sopor ist ein tiefer Schlafzustand. Der Patient ist zwar immer noch erweckbar, allerdings nur mühevoll, meist nur unter Einsatz von Schmerzreizen (Vorsicht!! Hierbei muss man SEHR vorsichtig vorgehen. Bei Verletzungen des Patienten handelt es sich um Körperverletzung!).
Sopore Patienten können sicht nicht mehr artikulieren, geben höchstens unzusammenhängende Wortfetzen von sich (Wortsalat)und sind komplett desorientiert. Der Muskeltonus ist herabgesetzt.

Koma ist die tiefste Form der Bewusstlosigkeit. Hierbei fallen (je nach Tiefe des Komas) auch die Schutzreflexe und eben der Muskeltonus aus. Komatöse Patienten sind nicht erweckbar und können keine zielgerichteten Bewegungen mehr durchführen. Als Reaktion auf Ansprache erfolgt teilweise nur noch eine unkoordinierte Abwehrbewegung. Für Laien ist es sehr schwer, Sopor von einem niedergradigen Koma zu unterscheiden.

Im Rettungsdienst bedient man sich, um den Grad der Bewusstseinseintrübung einzuschätzen, der Glascow-Coma-Scale (GCS)
Hierbei kontrolliert man den Patienten auf 3 Kriterien: Augen öffnen, Verbale Kommunikation und Motorische Reaktion.
Hierbei kommt es auf die Qualität der jeweiligen Reaktion an. Die besten Ergebnisse wären spontanes Augen öffnen, klare orientierte Kommunikation und gezielte Bewegung nach Aufforderung. Die Schlechteste entsprechend keinerlei Reaktion.
Für Kinder nimmt man eine angepasste Skala, um dem Alter der Kinder gerecht zu werden. Denn dass ein 2 jähriges Kind keine orientierte Konversation führen kann, sollte klar sein.

Was hat es aber nun mit der „Orientierung“ auf sich?
Die Orientierung bezieht sich auf folgende Begebenheiten: Orientierung zur eigenen Person, zum Ort und zur Zeit. Fragen hierzu wären also: Wie heißen sie? Wann sind sie geboren? Wo sind wir denn (Ort, Stadt, Straße)? Welchen Tag haben wir denn heute?
Je nach Angabe des Patienten (Wie antwortet er? Antwortet er spontan? Antwortet er verständlich?) kann man dann eine Einschätzung erlangen, inwieweit der Patient orientiert ist.

Dabei kontrolliert man gleichzeitig die Fähigkeit, die Augen zu öffnen und kann die Qualität der Sprache beurteilen (Verwaschen, spontan, Wortfetzen). Auch die motorischen Fähigkeiten sind einfach zu prüfen, indem man den Patienten einfache motorische Übungen durchführen lässt, wie beispielsweise die Nase berühren lassen (mit jeweils einem Finger beider Hände) oder ihn abwechselnd beide Beine anheben lassen.
Es hängt natürlich immer vom jeweiligen Patienten ab, welche der Diagnostiken man anwenden muss oder nicht. Ein Betrunkener, der nur noch lallend durch die Gegend fällt, muss nicht noch auf einem Bein stehen, da in diesem Fall die Gefahr, dass sich der Patient dabei noch verletzt einfach viel zu groß ist.

Wie gesagt, handelt es sich hierbei „nur“ um Hintergrundwissen der geneigte Ersthelfer muss diese Dinge nicht kontrollieren. Aber es ist doch schon mal recht interessant zu wissen, was mit dem Patienten los ist, wenn er denn unerwarteter Weise doch reagiert, aber eben nicht voll orientiert. Für den Ersthelfer reicht es aber normalerweise aus zu wissen, dass bei Bewusstlosen die Atmung kontrolliert werden muss und bei entsprechend „normaler“ Atmung der Patient in die Stabile Seitenlage gehört.
Aber auch stark somnolente oder sopore Patienten kann man durchaus in die Stabile Seitenlage „verfrachten“, insofern sie es tolerieren. Die Grundregel hierbei ist: Solange sich der Patient alleine aus der Stabilen Seitenlage herausrollen kann, darf er das auch. Trotz allem muss ich „meinen“ Patienten kontinuierlich beobachten und ihn im Zweifelsfall wieder zurück in die Stabile Seitenlage legen. Und dass ein Notruf erfolgen sollte, dürfte selbstverständlich sein.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

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Ärzte und ihre Anweisungen

Sonntag, 21. Dezember 2008 | Autor: Björn

Es gibt Anweisungen von Ärzten, die mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Eltern sitzen in den „Erste Hilfe am Kind“-Kursen und es geht um Kopfverletzungen. Alle kommen dabei auf Gehirnerschütterung zu sprechen. Und immer hat mindestens ein Elternteil/-paar ein Kind, das schon mal eine Gehirnerschütterung hatte. Und ausnahmslos alle haben, wenn sie beim Arzt waren, gesagt bekommen, sie mögen doch bitte in regelmäßigen Abständen in die Pupillen leuchten.
Dementsprechend wollen alle als Diagnostik selbiges tun.
Meine Frage ist immer wieder die selbe: „Und was bringt euch das dann? Außer, dass ihr seht, dass euer Kind Pupillen hat?“
Und die Reaktion ist jedes Mal, dass die Eltern ansetzen, etwas zu sagen, aber dann innehalten und nachgrübeln.
Denn was soll es ihnen denn genau sagen? Was bringt es, dass Ärzte sagen, Eltern sollen den Pupillenreflex testen, wenn das Ergebnis keine Aussage für die Eltern hat?
Natürlich gibt es den Eltern eine Aufgabe und sie fühlen sich „nützlich“. Aber ich finde es auch ein wenig belastend für die Eltern, da sie eben mit dem Ergebnis ihrer „Untersuchung“ nichts anfangen können.
Im Zweifelsfall ist es für die Eltern beunruhigender, als würden sie nichts tun, außer das Kind zu beobachten.
Meine Kritik ist einfach, dass Ärzte etwas von den Eltern verlangen, aber ihnen nicht erklären, worauf sie zu achten haben.
Nun ist die Sache mit den Pupillen eine besondere, denn was man im Fernsehen sieht, was die lieben Ärzte da so machen, ist nun mal nur die halbe Wahrheit. Einfach mal so in die Augen leuchten und direkt eine Diagnose haben… So wirkt es vielleicht, aber so ist es nicht. Der Pupillenreflex ist ein interessanter und auch recht aussagekräftiger, wenn man weiß, wonach man suchen muss und wenn man weiß, was er denn aussagt. Denn der Pupillenreflex verstärkt nur ein Verdachtsmoment, eine endgültige Diagnose lässt sich daraus nicht herleiten.
Problematisch ist die Pupillenbeurteilung vor allem bei jemandem der eine Augenerkrankung oder eine Augenoperation hatte. Denn dabei können die Pupillen ganz anders als erwartet reagieren und machen so meine folgenden Ausführungen zunichte.

Wie führt man überhaupt eine Pupillenbeurteilung durch?
Als erstes benötigt man eine helle und punktuelle Lichtquelle. In einem amerikanischen Journal ist sogar erwähnt, dass ein „Penlight“, also die Stift-Lämpchen, die bei uns auch Pupillenleuchten genannt werden, eigentlich „inadäquat“ sei, da das Licht zu schwach und diffus sei. Also, wenn man nun eine solche Lichtquelle hat, sollte man sich mit dem Patienten in einem relativ dunklen Raum befinden, so dunkel, dass man die Pupillen nur noch ganz schwach erkennen kann. Man hält das Licht nah vor das Auge und leuchtet für ein bis zwei Sekunden direkt in die Pupille. Das führt man dann nach einer kurzen Wartezeit (damit die Pupille wieder in die Ausgangslage zurück kann) ein zweites Mal durch. Dabei beobachtet man aber das andere Auge, also das, das man nicht beleuchtet. Und das führt man dann noch auf der anderen Seite durch.

Warum tut man das?
Aus einem ganz einfachen Grund, nämlich liegt die in der Besonderheit der Augen. Und zwar kreuzen sich die Nerven, die für den Pupillenreflex zuständig sind. Das bedeutet, dass wenn ein Auge einen Lichtreiz bekommt, das andere Auge mitreagiert.
Diesen Fakt macht man sich zu Nutze und beurteilt dementsprechend beide Reaktionen.

Nun hängt es davon ab, wie die Augen reagieren. Dabei sollte man am Besten den „normalen“ Reflex der Augen kennen. Diesen könnte man sich beispielsweise bei dem gesunden Kind anschauen, um dann zu wissen, was „normal“ ist.
Dann kann man auch beurteilen, ob die Reaktion nun pathologisch (krankhaft) ist, oder nicht.
Es gibt nun einige Indikatoren, die auf eine intrakranielle Raumforderung schließen lassen.

Normale Pupillen sind rund und reagieren zügig, gleichmäßig und gleichseitig auf Belichtung.
Ein erster Anhaltspunkt ist also die Pupillenform. Sind diese unregelmäßig geformt oder oval, kann man eine Raumforderung nicht ausschließen.
Der zweite Anhaltspunkt ist die Reaktion auf die Belichtung. Reagieren die Pupillen träge oder gar nicht ist auch das eine nicht „normale“ Reaktion.
Und der dritte Anhaltspunkt ist, wenn die Pupillen ungleichmäßig reagieren. Wenn also beispielsweise eine Pupille normal reagiert und die andere träge, ist auch das ein Hinweis auf eine intrakranielle Beteiligung.

Was bedeutet das nun für den „Ersthelfer“?
Sollte sich eines dieser Symptome zeigen, sollte der Patient umgehend ärztlich untersucht werden. Dementsprechend sollte ein Rettungswagen verständigt werden, bzw. wenn sich der Patient bereits im Krankenhaus befindet, sofort eine Schwester benachrichtigt werden, da sich unter Umständen schwere Folgen ergeben könnten.

Alles in allem kann ich nur wiederholen, dass diese Maßnahme nicht durch Laien durchgeführt werden sollte, weil eine Missinterpretation viel zu wahrscheinlich ist. Viel besser ist, das Kind weiter zu beobachten und auf Wesensveränderungen, wie starke Müdigkeit, Agitiertheit (erhöhter Bewegungsdrang) oder Somnolenz (Bewußtseinseintrübung) zu achten. Sollte eines dieser Symptome auftauchen sollte auch hier wieder ein Arzt konsultiert werden.
Eine Kopfverletzung sollte allgemein nicht auf die leichte Schulter genommen werden und beim leisesten Verdacht, dass es sich nicht nur um eine Beule handelt, sollte auf jeden Fall das Kind in die Klinik verbracht werden. Pupillenreaktion hin oder her.

Bei Fragen, Korrekturen oder Anregungen freue ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail an:

info@schockzeichen.de

Thema: Erste Hilfe am Kind | 2 Kommentare